Das Zappelphilipp – Syndrom interessiert viele Eltern

Über 60 Betroffene und Interessierte haben sich am 16.02.05 im Schwimmbadcafe, Wackersdorf trotz schlechten Wetters, zum Vortrag über ADS von Dr. Gebel, Neurologe und Psychiater, eingefunden. Der große Andrang zeigte, dass der Informationsbedarf zum „Zappelphilipp-Phänomen“ beträchtlich ist.
 


Dr. Klaus Gebel (Neurologe und Psychiater)
 

Dr. Gebel beschäftigt sich seit Jahren sehr intensiv mit dieser Problematik. So sind nach dem jetzigen Stand der Forschung in den USA ca. 5-8 % der Bevölkerung auf der Erde, unabhängig vom Kulturkreis, von ADS betroffen, d. h. 2 Kinder in jeder Schulklasse. ADS „wächst sich nicht aus“, es bleibt ein Leben lang, da es eine erbliche Störung des Hirnstoffwechsels ist, bei der unter anderem die Dopaminaufnahme im Gehirn vermindert ist.
Den Kinder kann aber mit einer multimodalen Therapie sehr gut geholfen werden.

ADS ist weder eine zivilisationsbedingte Krankheit, noch Folge einer falschen Erziehung. Schon in den Geschichten vom Zappelphillip und Hans-Guck-in-die Luft wird diese neurologische Störung beschrieben. Berühmte ADS-ler sind Heinrich Hoffmann, Arzt und Struwwelpeter-Autor, Einstein, und Bill Clinton.
 

Im Anschluss berichtete eine betroffene Mutter, über ihre Erfahrungen mit einem ADS-Kind. Die Diagnose darf keinesfalls vorschnell getroffen werden, denn nicht jedes unruhige oder unaufmerksames Kind hat ADS. Sie machte den Anwesenden Mut, denn ihr Sohn ist trotz großer Schwierigkeiten zu einem tollen Menschen herangewachsen. Die Kinder brauchen neben der multimodalen Therapie einen festen Rahmen, vor allem aber Verständnis und Unterstützung von den Lehrern und Eltern.


Fr. Witt

Wegen der großen Nachfrage findet im Schwimmbadcafe Wackersdorf am Donnerstag, den 17.03.05 um 19.30 Uhr, im Schwimmbadcafe Wackersdorf ein Gesprächsabend statt. Betroffene und Interessierte Eltern sind dazu herzlich eingeladen.